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Casting einer dunklen Demokratie

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Casting einer dunklen Demokratie
Casting einer dunklen Demokratie
Anonim

Bildhauer Tim Shaws Ausstellung eines kriegsgetränkten Hintergrunds versucht, dem Betrachter ein unglaubliches Unbehagen zu bereiten

23März 2009 TextKara Simsek Tim Shaws „Casting A Dark Democracy“wurde seit seiner Erstausstrahlung im Herbst 2008 nur eine Nacht lang wieder der Öffentlichkeit gezeigt die unsere Rezeption des Krieges im Irak umrahmt haben. Zu sehen waren Man on Fire (2007-8) und Tank on Fire (2007-8), die den Selectors' Choice Award beim Threadneedle Figurative Prize gewannen, sowie Middleworld (1989-95), eine epische Beton- und Bronze-Hommage ins Fegefeuer.

Abgeh alten in der Kenneth Armitage Foundation, die auf den ersten Blick ein bescheidenes Zuhause zu sein scheint und dennoch einen erstaunlichen und unerwarteten Raum bietet, war die Auswahl von Shaws ausgestellten Arbeiten beeindruckend und regte zum Nachdenken an. Im Jahr 2007 erhielt Shaw das Skulpturenstipendium der Kenneth Armitage Foundation, das ihm einen zweijährigen Aufenth alt in diesem Raum ermöglicht.

Middleworld zeichnete sich durch seine schiere Komplexität aus. Es dauerte acht Jahre, bis es fertiggestellt war, und zeigt Ideen von Gut und Böse, Leben und Tod durch siebzig kleine Bronze- und Terrakottafiguren. Es präsentiert eine apokalyptische Arena, die fast aus Schwefel besteht und die Vorstellungen von Sterblichkeit durch die Verwendung heidnischer und christlicher Symbolik in Frage stellt. Die Liebe zum Detail war erstaunlich, und seine akribische Kompliziertheit wurde durch seine schiere Größe nur noch gesteigert. Shaw erklärte mir, dass das Mittel alter dieses Stück stark beeinflusst habe, und ich musste zustimmen, dass seine Verwendung von kupferoxidiertem Beton sicherlich zu diesen Zielen beigetragen hat.

Während sich Tank on Fire und Man on Fire beide direkt auf den Krieg im Irak beziehen, war das ehrfurchtgebietendste Exponat das fünf Meter hohe Casting A Dark Democracy (2008), das auf dem mittlerweile berüchtigten Bild der Gefangener von Abu Ghraib. Für diejenigen, die nicht das Glück hatten, diese Ausstellung zum ersten Mal zu sehen, bot die letzte Nacht eine erstaunliche Gelegenheit, eine der wohl mutigsten Skulpturen unserer Zeit zu sehen. Das imposante Stück aus Metall, Stacheldraht, schwarzem Polyethylen und Elektrokabel steht auf einem Sandboden und blickt auf seinen ölgefüllten Schatten hinab. Durch Rauch und Untergang dröhnt das Geräusch eines Herzschlags, der die monströsen Eigenschaften der verhüllten Gest alt verstärkt und ein Gefühl der Panik hervorruft. Zeitweilige Aussetzer der Funkübertragung erinnern an den gew alttätigen, kriegsgetränkten Hintergrund.

Der unbequeme Soundtrack, die schwache Beleuchtung und der Rauch im Raum fügen einen bedrohlichen Unterton hinzu, der das Ansehen unglaublich unangenehm macht. Liegt das nur an der Atmosphäre, oder fragt sich die Moral, wie man es geschafft hat, dieses Bild früher zu ignorieren, als es durch die Medien schwappte? Oder liegt es daran, dass man nicht anders kann als zu denken, dass diese große, gespenstische, konfrontative, aber fast unwirkliche Figur eines Tages zum Leben erweckt und ihre Behandlung rächen wird?

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